Kulturstiftung der GVB

Den Menschen etwas zurückgeben: Das ist das zentrale Anliegen der Kulturstiftung der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Um zur Vielfalt des kulturellen Angebots im Kanton Bern beizutragen, hat sie im Berichtsjahr 282 Projekte unterstützt.

Ein vielfältiges kulturelles Angebot macht eine Region lebenswert. Die Kulturstiftung der GVB unterstützt daher zahlreiche Projekte aus Kultur, Bildung, Architektur und Wissenschaft. Ausgewählte Vorhaben überzeugen mit Professionalität, innovativem Profil und einem engen Bezug zum Kanton Bern. Im Berichtsjahr hat die Stiftung 349 Ge-suche geprüft und davon 282 Projekte unterstützt.

Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der unterstützten Projekte um 15 Prozent leicht zugenommen (2020: 245). Dies ist erfreulich, zeigt es doch, dass sich die Kulturszene nach den Einschränkungen durch Covid-19 langsam erholt. 

Unterstützung gerade jetzt besonders wichtig

Noch immer ist die Anzahl der eingereichten Gesuche und unterstützten Projekte allerdings tiefer als vor Beginn der Pandemie. Gerade unter den erschwerten Bedingungen erachteten wir es im Jahr 2021 als besonders wichtig, Kulturschaffende getreu unserem Stiftungszweck zu unterstützen und Kulturinteressierten spannende Projekte näherzubringen. Einen Fokus haben wir im Berichtsjahr auf die digitale Vernetzung in der Kulturszene gelegt. Vor diesem Hintergrund haben wir verschiedene Plattformen unterstützt, die virtuelle Events via Streaming ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist die Plattform der Bühnen Bern. Überdies hat unser Augenmerk gezielt generationenübergreifenden Projekten gegolten, die Menschen verschiedensten Alters ansprechen.

Vom Albert-Anker-Haus zum Centre Albert Anker

Dem entspricht etwa das Projekt «Vom Albert-Anker-Haus zum Centre Albert Anker». «Es bereitet Bilder und Zeichnungen von Albert Anker für ein heutiges, breites Publikum auf. Auch bewahrt es sie für nachfolgende Generationen», sagt Alexander Pulver, Geschäftsleiter der GVB Kulturstiftung. Geplant seien auch Führungen und Workshops für Menschen verschiedensten Alters. Nicht zuletzt mit seiner generationenübergreifenden und nachhaltigen Ausrichtung habe das Vorhaben überzeugt. 

Das Projekt beinhaltet den Bau eines brand- und diebstahlsicheren Kunstpavillons im Garten des Anker-Hauses in Ins. «Wir besitzen mehrere Hundert Zeichnungen und Aquarelle, aber auch Schriftdokumente und Fotografien aus dem Nachlass», so Ankers Ururenkel Matthias Brefin. Er ist Vizepräsident der Stiftung Albert-Anker-Haus und vertritt die Stifterfamilie. «Geplant sind im Pavillon wechselnde Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten sowie ein sicheres Lager.» Einen Umbau erfährt daneben auch das Bauernhaus – Ankers Wohnhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Dabei wird es nicht nur baulich, sondern auch in organisatorischer und fachlicher-didaktischer Hinsicht modernisiert. «Das Atelier meines Ururgrossvaters im Dachstock bleibt aber unverändert», sagt Brefin. Der Zugang zum Dachstock werde allerdings verbessert. «Denn der einmalige Raum wird ein Hauptmagnet des künftigen Museums sein.»

Fülle an kulturellen Werten bewahren

Vermehrt soll das Centre Albert Anker zudem Aktivitäten zum Mitmachen anbieten – etwa für Schulklassen oder Familien. Auf diese Weise kann zum Beispiel vermittelt werden, wie Anker aus Pigmenten Farben oder aus Gänsefedern Federkiele hergestellt hat. «Anker verstand es, die Sprache der Kinder zu sprechen und zu ihrer Bildung beizutragen. Dieses Erbe weiterzugeben, schwebt mir vor», so Brefin.

Für ihn bedeute das Projekt «Vom Albert-Anker-Haus zum Centre Albert Anker» auch ein Loslassen. Sowohl seine Mutter als auch er selbst haben das Anker-Haus früher bewohnt. «Mir ist es über all die Jahrzehnte ans Herz gewachsen», sagt er. «Doch möchte ich diese Fülle an kulturellen Werten hier allen zugänglich machen und nicht in Vergessenheit geraten lassen.» 

Es ist ein Wunsch, den die Kulturstiftung der GVB gerne mitunterstützt hat.