Präventionsstiftung der GVB

Viele Gebäudeschäden liessen sich mit den richtigen Massnahmen verhindern – doch oft fehlt es am Wissen und am Kapital. Die Stiftung für Prävention und nicht versicherte Gebäudeschäden der Gebäudeversicherung Bern (GVB) unterstützt präventive Massnahmen finanziell. Zudem berät sie bei komplexen Situationen und hilft bei ungedeckten Gebäudeschäden.

Das Hochwasser vom August 2005 ist bis heute das grösste Schadensereignis in der Geschichte der GVB. Um Hauseigentümer vor zukünftigen Hochwassern und anderen Ereignissen besser zu schützen, hat die GVB noch im selben Jahr die Stiftung für Prävention gegründet. 2015 fusionierte sie mit der Stiftung für nicht versicherte Gebäudeschäden. Unterstützt werden vorsorgliche und freiwillige Massnahmen, nicht versicherte Gebäudeschäden und Arealschutzkonzepte von mehreren Parteien gegen Hochwasserschäden. 

Im Berichtsjahr sind 323 Anfragen eingegangen. Ein Grossteil davon im Zusammenhang mit Hochwasser schäden. Insgesamt wurden Beiträge in der Gesamthöhe von 778 400 Franken gesprochen.

Gemeinsam Lösungen finden

Wie viele Anfragen eingehen, hängt stark von der (Un-)Wetterlage ab. 2020 gingen beispielsweise die meisten Anfragen nach den Winterstürmen im ersten Quartal ein. Ob eine Anfrage unterstützt wird, hängt von verschiedenen Aspekten ab. «Je besser ein Kunde die Schäden dokumentiert, desto einfacher ist die Beurteilung», erklärt Matthias Gerber, Geschäftsleiter der Präventionsstiftung der GVB. Nicht selten überzeugen sich die Schadenexperten der GVB vor Ort von der Lage und beziehen bei Bedarf die Gemeinde oder den Kanton ein. Dabei steht die Kosten-Nutzen-Analyse im Vordergrund. «Wir suchen keine Deluxe-Lösung, die niemand bezahlen kann», so Matthias Gerber. «Wir sind für pragmatische Massnahmen, die für die Eigentümer funktionieren und auch finanziell tragbar sind.» Dass diese Lösungen auch mal unkonventionell sein können, zeigt das Beispiel eines überfluteten Kellers in Hasliberg.

Wenn der Keller unter Wasser steht …

Als ihn im Juli 2020 der Anruf seiner Nachbarin erreichte, weilte Daniel Denoth mit seiner Familie in den Ferien: Nach einem starken Unwetter war Wasser von der Strasse aus über den Lüftungsschacht der Wärmepumpe in den Keller gelaufen. Das Wasser stand knöcheltief. «Wir kontaktierten sofort die GVB, um den Schaden zu melden. Zum Glück haben wir unsere Ferien in der Schweiz verbracht. Dadurch konnten wir sofort nach Hause fahren», erzählt Daniel Denoth. Noch am selben Abend kontaktierte er zudem das Strasseninspektorat – das ganze Wasser kam ja von der Kantonsstrasse. «Dort hiess es aber zunächst: ‹Wir können nichts machen.› Ich war sehr froh, dass der Schadenexperte der GVB innerhalb kürzester Zeit vorbeikam.»  

Pragmatisch zum Ziel

Der Schadenexperte empfahl dem Familienvater zwei Vorsorgemassnahmen, damit der nächste Platzregen nicht wieder den Keller flutet. Erstens sollte er auf dem eigenen Grundstück den Lüftungsschacht erhöhen. Eine zusätzliche Treppenstufe würde dafür sorgen, dass diese Erhöhung den Zugang zum Haus nicht erschwert. Und zweitens sollte das Strasseninspektorat den Randstein so anpassen, dass das Wasser zum Strassenentwässerungsschacht geleitet wird und nicht auf den Vorplatz. «Mein Schadenexperte hat mit den zuständigen Institutionen Kontakt aufgenommen, und die Anpassungen am Randstein wurden innert kürzester Zeit vorgenommen. Das war sehr hilfreich», sagt Daniel Denoth. Zudem habe er ihn darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Präventionsstiftung der GVB an gewissen Massnahmen finanziell beteiligt. «Ich habe daraufhin den Antrag ausgefüllt. Ich bin sehr froh, dass die Präventionsstiftung einen Drittel der Kosten für die Erhöhung des Lüftungsschachts übernommen hat.»