Gebäudeversicherung Bern

Trotz deutlich höheren Schadenszahlen als im Vorjahr erzielte die Gebäudeversicherung Bern (GVB) ein erfreuliches Jahresergebnis. Davon profitieren die Versicherten im Rahmen einer weiteren Überschussbeteiligung. Die GVB leistet zudem weiterhin wichtige Präventionsarbeit.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die GVB 2017 mehr Schadensfälle – insgesamt 22 447 an der Zahl  – und höhere Schadenszahlen. Dafür waren zwei Grossbrände im einstelligen Millionenbereich sowie einige schwere Unwetterereignisse verantwortlich. Dazu zählt ein Hagelschlag, der am 31. Mai in der Region Thun innerhalb weniger Minuten Schäden in der Höhe von 19 Millionen Franken anrichtete. Ein weiteres Hagelunwetter verursachte am 8. Juli in den Regionen Seeland und Oberaargau 1855 Elementarschäden in der Höhe von 10,5 Millionen Franken. Hinzu kam am 21. Juli ein Sommerunwetter in den Regionen Mühleberg und Konolfingen (3 Millionen Franken).

Die Gesamtschadenssumme von 95,8 Millionen Franken teilt sich auf in Elementarschäden von 59,2 Millionen Franken und Brandschäden von 36,6 Millionen Franken. Damit waren die Zahlen deutlich höher als im Vorjahr, die durchschnittliche Schadenssumme von 114 Millionen Franken der letzten 15 Jahre wurde indes nicht überschritten. Auch dank einer guten Rendite, welche die GVB mit ihren Anlagen erzielte, kann sie deshalb erneut eine Überschussbeteiligung von 30 Millionen Franken ausschütten. Die Versicherten kommen so in den Genuss einer Prämienreduktion von rund 15 Prozent auf der Jahresrechnung 2019.

Jeder dritte Feuerschaden an Gebäuden im Kanton Bern ist die Folge eines Blitzeinschlags. Deshalb startete die GVB 2016 eine Präventionskampagne, mit der sie Hausbesitzer für diese Gefahr sensibilisiert und ihnen ein attraktives Angebot macht: Wer freiwillig ein Blitzschutzsystem installiert, erhält bis zu 2500 Franken an die Installationskosten erstattet. Allein 2017 machten rund 500 Hausbesitzer davon Gebrauch. Insgesamt zahlte die GVB so knapp eine Million Franken aus. Aufgrund der anhaltend grossen Nachfrage wird die Kampagne 2018 fortgeführt. Gleichzeitig kam die GVB dem Wunsch ihrer Kundinnen und Kunden nach und führte ein Anerkennungsverfahren für qualifizierte Fachfirmen im Blitzschutz ein. Die Liste mit den anerkannten Blitzschutzfirmen stösst auf grosses Interesse.

«Kommt irgendwo ein Kind zur Welt, ein Engel sich daneben stellt, und Tag für Tag und Nacht für Nacht das zarte Leben nun bewacht»: Mit der Aktion «Schutzengel» hat die GVB diesem beliebten Gedicht zur Geburt im wahrsten Sinn des Worts Leben eingehaucht. Und zwar, indem sie frisch gebackenen Eltern einen Rauchwarnmelder schenkt. Inzwischen werden so bereits 2903 Neugeborene «bewacht», 158 Gemeinden und deren Feuerwehren beteiligen sich an der Aktion.

Das innovative Konzept CasaSegura, das die untere Berner Altstadt mit einem vernetzten System von Funkrauchmeldern einfach und kostengünstig vor Grossbränden schützt, stösst schweizweit auf Interesse. Nach einer Testphase gründete die GVB als Initiantin zusammen mit dem Hauseigentümerverband (HEV), den Vereinigten Altstadtleisten Bern, der Burgergemeinde Bern und der Stadt Bern am 15. Juni 2017 den Verein CasaSegura. In Bern wird das Brandschutzsystem bereits in 16 Liegenschaften eingesetzt, 2018 sind weitere 50 Installationen geplant. Die GVB übernimmt im Rahmen ihres Präventionsengagements die anfallenden Installationskosten zu 25 Prozent.

Regelmässige Schätzungen sind für eine wertrichtige Versicherung der Liegenschaften unerlässlich. Im Normalfall sollte man eine solche alle 15 Jahre oder nach grösseren Umbauten vornehmen. Auch in diesem Jahr führten die GVB-Hausexperten wieder über 35 000 Schätzungen durch und bewahren so Kundinnen und Kunden vor einer Unterversicherung im Schadensfall. In den letzten 5 Jahren hat die GVB mit 140 000 Häusern somit mehr als einen Drittel der Liegenschaften im Kanton Bern neu geschätzt – und damit ihren gesetzlichen Auftrag für wertrichtige Versicherungen erfüllt.

Die Zusammenarbeit unter den Feuerwehrorganisationen blieb 2017 ein zentrales Anliegen der GVB. Wirtschaftlich interessant ist die gemeinsame Beschaffung und Bewirtschaftung von Material und Fahrzeugen. Ein aktuelles Beispiel ist die Ausschreibung zur Beschaffung von vier Autodrehleitern für die Städte Bern, Burgdorf und Basel unter der Projektleitung der GVB. Ab 2018 können die bernischen Feuerwehren zudem Ausrüstungsmaterial zu günstigen Konditionen beim Materialshop der Gebäudeversicherung Kanton Zürich beziehen.

Ab dem 1. Januar 2018 werden Ortsfeuerwehren zudem von Angehörigen der Sonderstützpunkte Langzeitatemschutz unterstützt. Diese sind im Umgang mit Langzeitatemschutzgeräten ausgebildet, verfügen über die entsprechende Ausrüstung und können bei Grossereignissen schnell und einfach angefordert werden.

Im Rahmen ihrer Klimastrategie investiert die GVB auch in nachhaltige Immobilienprojekte. So etwa beim Bauprojekt Burgernziel: Zusammen mit der Wohnbaugenossenschaft wbg8 wird die GVB dort einen Wohn- und Geschäftskomplex errichten, welcher als Leuchtturmprojekt nachhaltigen Bauens gilt und sich an den Zielvorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft orientiert. Der Baustart ist für den Herbst 2018 vorgesehen. Mit der Klimastrategie einhergeht auch die Investition in Projekte, die neue, nachhaltige Wohnformen ermöglichen. In der modernen Überbauung Wohnbox smart living an der Winterholzstrasse in Bümpliz-Oberbottigen entstehen unter der Bauherrschaft der GVB 33 Mietwohnungen.

 

Die GVB lässt die Schadenspotenziale extremer Wetterereignisse regelmässig von spezialisierten Ingenieurbüros berechnen. 2017 ging es um Hochwasser. Dabei kamen neue, noch präzisere Rechnungsmodelle zum Einsatz. Die Resultate haben entscheidenden Einfluss auf die Rückversicherungspolitik der GVB.