Erläuterungen zur Jahresrechnung

Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) und ihre Tochtergesellschaften blicken trotz Sturmtief Burglind auf ein ausgeglichenes Geschäftsjahr zurück. Obwohl sowohl die Feuer- als auch die Elementarschäden deutlich über den Vorjahreswerten liegen und auch das Kapitalanlagenergebnis mit –0,3 Millionen Franken wesentlich tiefer ausfällt als noch im Vorjahr, schliesst die GVB das Geschäftsjahr 2018 mit einem knapp positiven Gesamtergebnis ab.

Die Bruttoprämieneinnahmen konnten um 3 Prozent auf 240,6 Millionen Franken gesteigert werden. Dies ist in erster Linie auf das überdurchschnittliche Wachstum der GVB Privatversicherungen AG zurückzuführen. Bedingt durch das Wachstum der Erdbebenversicherung GVB Terra fallen auch die Rückversicherungsprämien um 0,8 Millionen Franken höher aus als noch im Vorjahr (22,1 Millionen Franken). Insgesamt konnte der Ertrag aus dem versicherungstechnischen Geschäft um 3,5 Prozent auf 187,9 Millionen Franken erhöht werden.

Im Geschäftsjahr 2018 haben Elementarschäden Kosten in Höhe von 83,5 Millionen Franken verursacht, was sowohl über dem Vorjahreswert (59,2 Millionen Franken) als auch dem langjährigen Schnitt (69,7 Millionen Franken) liegt. Kostentreiber war dabei ganz klar Sturmtief Burglind. Bei den Feuerschäden beträgt die Gesamtschadenssumme 45,1 Millionen Franken, was ebenfalls über dem Vorjahreswert (36,6 Millionen Franken), aber leicht unter dem langjährigen Schnitt (45,4 Millionen Franken) liegt. Insgesamt beträgt die Schadenssumme für Feuer- und Elementarschäden 128,6 Millionen Franken. Damit ist das Schadensjahr 2018 nach 2009 das zweitschlechteste der letzten zehn Jahre.

Um die extremen Schadensbelastungen der Jahre 1999, 2005 und 2007 auszugleichen, wurden Rückstellungen im Bereich Schadensausgleich und Katastrophenereignisse aufgelöst. Diese Rückstellungen konnten in den letzten Jahren dank guter Geschäftsergebnisse wieder gebildet werden. Auch 2018 konnte trotz des hohen Schadensaufkommens eine betriebsnotwendige Rückstellung gebildet werden, die aber wesentlich geringer als noch im letzten Jahr ausfällt.

Der Abschluss- und Verwaltungsaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Millionen Franken gestiegen (49,1 Millionen Franken). Dies aufgrund von Investitionen in die Digitalisierung, in den Aufbau von SafeT Swiss und in die Verkaufsorganisation der GVB Privatversicherungen AG.

Trotz der hohen Schadensbelastung und der Bildung der notwendigen Rückstellungen schliesst das versicherungstechnische Ergebnis mit 0,6 Millionen Franken leicht positiv.

Nachdem es im wenig volatilen Vorjahr an den Finanzmärkten fast kontinuierlich aufwärts ging, musste man sich auf eine etwas schwächere Phase gefasst machen. Die Korrektur an den Märkten im Februar kam daher wenig überraschend. Die Aktienmärkte konnten sich danach zwar etwas erholen, Optimismus kam bei den Investoren allerdings nie auf. Zu sehr belasteten der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China und die Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank die Stimmung. Und dies, obwohl die Gewinne und Margen der Unternehmen kräftig wuchsen und die Konjunktur brummte. Als im Oktober dann die ersten Rezessionsängste aufkamen, brachen die Aktienmärkte weltweit ein. Neben Aktien hatten aber auch Rohstoffe und Obligationen ein schwieriges Jahr. Einzig die direkten Immobilienanlagen konnten einen positiven Beitrag leisten.

Dank des breit diversifizierten Portfolios und des hohen Immobilienbestands erwirtschaftete die GVB deshalb ein nur leicht negatives Kapitalanlagenergebnis von –0,3 Millionen Franken. Ein aufgrund des Umfeldes sehr gutes Resultat.

In die Sicherheit der Bürger des Kantons Bern wurden im Berichtsjahr 36,9 Millionen Franken investiert. Leicht weniger als noch 2017 (39,9 Millionen Franken). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass 2017 der Verwaltungsrat der GVB beschlossen hat, das Stiftungskapital für die Stiftung für Prävention und nicht versicherte Gebäudeschäden um einen grösseren Beitrag zu erhöhen. Dies war 2018 nicht notwendig. Gesamthaft schloss die Rechnung positiv ab.

Unter ausserordentliche Aufwände fällt der Beitrag an die GVB Kulturstiftung.

Die Rechnung schliesst mit einem Gewinn von 1,1 Millionen Franken. Aufgrund des negativen Kapitalanlagenergebnisses und des hohen Schadensaufkommens wird auf die Ausschüttung einer Überschussbeteiligung verzichtet.