Gebäudeversicherung Bern (GVB)

Das Geschäftsjahr 2018 war von einigen Turbulenzen geprägt: Mit 128,6 Millionen Franken fiel die Gesamtschadenssumme um einiges höher aus als 2017 (95,8 Millionen Franken). Grund dafür waren mitunter Sturmtief Burglind und die schwierige geopolitische Lage, welche die Ergebnisse an den Kapitalmärkten negativ beeinflusste.

Am 3. Januar 2018 fegte Sturmtief Burglind über die Schweiz und richtete Schäden von rund 1,8 Milliarden Franken an. Auch im Kanton Bern hinterliess der Sturm vielerorts ein Bild der Verwüstung: Bei der GVB gingen danach rund 20 000 Meldungen ein. Die Gesamtschadenssumme belief sich auf rund 35 Millionen Franken, was mehr als der Hälfte aller Kosten für Elementarschäden im ganzen Jahr 2017 entspricht.

2018 betrug die Gesamtschadenssumme 128,6 Millionen Franken (2017: 95,8 Millionen Franken). Elementarschäden verursachten Kosten in Höhe von 83,5 Millionen Franken (2017: 59,2 Millionen Franken), Brandschäden in Höhe von 45,1 Millionen Franken (2017: 36,6 Millionen Franken). Damit fielen die Zahlen um einiges höher aus als im Vorjahr, und auch die durchschnittliche Schadenssumme von knapp 114 Millionen Franken der letzten 16 Jahre wurde überschritten. Aufgrund der schwierigen geopolitischen Lage blieb zudem die Rendite, welche die GVB mit ihren Anlagen erzielte, deutlich unter den Erwartungen.

Aufgrund des turbulenten Geschäftsjahrs kann die GVB deshalb zum ersten Mal seit sechs Jahren keine Überschussbeteiligung an ihre Kundinnen und Kunden auszahlen. Dafür bleiben die Prämien tief und die Anstrengungen in der Präventionsarbeit nach wie vor hoch.

Seit 2016 sensibilisiert die GVB Hausbesitzerinnen und -besitzer im Rahmen ihrer Präventionskampagne erfolgreich für die Gefahr durch Blitzeinschläge. Wer freiwillig ein Blitzschutzsystem installiert, erhält dafür bis zu 2500 Franken. Das Interesse war von Anfang an gross und nimmt weiterhin stetig zu: 2018 unterstützte die GVB rund 600 Eigentümer mit knapp 1,2 Millionen Franken. Aufgrund der grossen Nachfrage beteiligt sich die GVB auch 2019 an freiwilligen Blitzschutzsystemen.

www.gvb.ch/blitzschutz
 

Am 9. Juli 2018 brach während Bauarbeiten im sogenannten Morellhaus in der unteren Berner Altstadt ein Feuer aus. Nur dank des schnellen Eingreifens der Berner Berufsfeuerwehr konnten die Deckengemälde aus dem späten 17. Jahrhundert gerettet werden. Um genau solche Ereignisse zu vermeiden, war 2017 auf Initiative der GVB der Verein CasaSegura gegründet worden. Dessen Ziel ist es, die untere Berner Altstadt mit modernen Rauchwarnmeldesystemen vor Bränden zu schützen. 2018 konnten in 22 Liegenschaften Warnanlagen installiert werden. 2017 waren es 16. Die GVB beteiligt sich mit 25 Prozent an den Installationskosten.

www.casasegura.ch 

 

2015 rief die GVB die Informationsplattform für den Brandschutz «Heureka» ins Leben. Damit können sich Architekten und Bauplaner schnell und einfach über die Anforderungen an den Brandschutz bei überschaubaren Bauvorhaben informieren. «Heureka» basiert auf den aktuellen Brandschutzvorschriften und hat sich als unverzichtbares Werkzeug in der ganzen Schweiz etabliert. Die Nutzerzahlen sind seit 2015 stetig gestiegen. 2018 wurden pro Monat durchschnittlich 5500 Sitzungen mit einer Verweildauer von über zwei Minuten registriert.

Auch das «Forum Brandschutz», auf welchem Experten der GVB spezifische Fragen zum Brandschutz beantworten, erfreut sich wachsender Beliebtheit. 2018 wurden pro Monat 6600 Sitzungen verzeichnet, durchschnittlich gingen drei Fragen pro Woche ein.

www.gvb.ch/heureka

www.forum-brandschutz.ch

Damit die Feuerwehren Menschen, Tiere und Sachwerte wirkungsvoll vor Bränden schützen können, muss unter anderem eine gute Löschwasserversorgung gewährleistet sein. Dafür zuständig sind in der Schweiz grundsätzlich die Gemeinden. Diese orientieren sich dabei an gesamtschweizerischen Richtlinien. Das Problem: Diese stammen aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts und werden den heutigen Anforderungen an eine effiziente Löschwasserversorgung nicht gerecht.

Aus diesem Grund wurden durch die Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) unter Mitwirken sämtlicher vom Thema betroffenen Stellen neue Richtlinien ausgearbeitet, wobei die GVB selber massgeblich an der Erarbeitung der Inhalte beteiligt war. Die neuen Richtlinien der FKS werden voraussichtlich im März 2019 formell durch die Instanzenkonferenz der FKS genehmigt und anschliessend in Kraft gesetzt.