Erläuterungen zur Jahresrechnung

Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) und ihre Tochtergesellschaften blicken auf ein ausserordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Sowohl die Feuer- als insbesondere auch die Elementarschäden liegen deutlich unter den Vorjahreswerten und auch das Kapitalanlagenergebnis fällt mit 83,3 Millionen Franken wesentlich besser aus als noch im Vorjahr. Nach einer Rekordüberschussbeteiligung von insgesamt 70 Millionen Franken schliesst die GVB das Geschäftsjahr 2019 mit einem positiven Gesamtergebnis ab.

Die Bruttoprämieneinnahmen konnten um 4 Prozent auf 249,6 Millionen Franken gesteigert werden. Dies ist in erster Linie auf das überdurchschnittliche Wachstum der GVB Privatversicherungen AG zurückzuführen. Die Rückversicherungskosten konnten trotz Wachstum konstant gehalten werden. Insgesamt wurde der Ertrag aus dem versicherungstechnischen Geschäft um 4,6 Prozent auf 196,6 Millionen Franken erhöht.

Die Feuerschäden verursachten im Geschäftsjahr 2019 Kosten in Höhe von 42,0 Millionen Franken. Diese liegen damit unter den Zahlen des Vorjahres (45,1 Millionen Franken) und auch unter dem fünfzehnjährigen Durchschnitt von 44,6 Millionen Franken. Auch die Elementarschäden liegen mit 41,9 Millionen Franken deutlich unter dem Vorjahreswert von 83,4 Millionen Franken und dem Fünfzehnjahresdurchschnitt von 70,3 Millionen Franken. Insgesamt beträgt die Schadenssumme für Feuer- und Elementarschäden 84.0 Millionen Franken.

Um die extremen Schadensbelastungen der Jahre 1999, 2005 und 2007 auszugleichen, wurden Rückstellungen im Bereich Schadensausgleich und Katastrophenereignisse aufgelöst. Diese Rückstellungen konnten in den letzten Jahren dank guter Geschäftsergebnisse wieder gebildet werden. Auch 2019 konnte aufgrund des tiefen Schadensaufkommens eine Rückstellung von 58,2 Millionen Franken gebildet werden.

Der Abschluss- und Verwaltungsaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Millionen Franken gestiegen (51,5 Millionen Franken). Dies aufgrund von Investitionen in die Digitalisierung, in den Aufbau von SafeT Swiss und in die Verkaufsorganisation der GVB Privatversicherungen AG.

Aufgrund des absehbaren Ergebnisses hat der Verwaltungsrat bereits im September beschlossen, mit der Prämienrechnung 2020 eine Überschussbeteiligung von 30 Millionen Franken auszuzahlen. Dank des sehr erfreulichen Abschlusses konnte zudem per Ende Jahr eine weitere Rückstellung von 40 Millionen Franken gebildet werden.

Aufgrund der hohen Überschussbeteiligung und der Bildung der notwendigen Rückstellungen schliesst das versicherungstechnische Ergebnis mit 68,4 Millionen Franken negativ.

Nach dem enttäuschenden Aktienjahr 2018 mit stark nachlassenden Notierungen im vierten Quartal blieb den Investoren nicht allzu lange Zeit zum Luftholen. Das Börsenjahr 2019 bereitete allen Investoren viel Freude. So beendete der Swiss Performance Index (SPI) das Jahr mit 30,6% im Plus und verzeichnete damit den stärksten Kursanstieg seit 2005. Einmal mehr war mit den Notenbanken der Auslöser der einsetzenden Trendwende rasch ausgemacht. So deutete Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), bereits Anfang Januar eine geldpolitisch grosszügigere Haltung an und gab damit den Startschuss zu einem ausserordentlich starken Aktienjahr 2019. Rechneten die Anleger zu Beginn mit zwei weiteren Zinserhöhungen des Fed, resultierten stattdessen insgesamt drei Zinssenkungen. Risikobehaftete Wertpapiere, wie Aktien oder auch Unternehmensanleihen mit tiefer Qualität, wurden wieder stärker nachgefragt, was zu steigenden Notierungen führte. Gemessen am Swiss Performance Index (SPI) mussten sich Anleger nur bis Mitte Februar gedulden, bis der Rücksetzer von 2018 wieder aufgeholt war. Einmal mehr gaben also die Notenbanken dem Druck der Finanzmärkte nach und verschoben die Normalisierung der Zinspolitik auf unbestimmte Zeit. Auch die GVB konnte davon profitieren und erwirtschaftete ein positives Kapitalanlagenergebnis in Höhe von 83,3 Millionen Franken.

In die Sicherheit der Bürger des Kantons Bern wurden im Berichtsjahr 39,3 Millionen Franken investiert. Dies sind 6,4 Prozent mehr als noch 2018 (36,9 Millionen Franken). Der Verwaltungsrat der GVB hat zudem beschlossen, das Stiftungskapital für die Stiftung für Prävention und nicht versicherte Gebäudeschäden um einen grösseren Beitrag zu erhöhen (5 Millionen Franken). Weiter mussten aufgrund eines neuen Vertrags im Bereich Löschwasser nicht bezogene Subventionen ausgebucht werden, sodass in diesem Bereich ein positiver Betrag ausgewiesen werden konnte. Gesamthaft schloss die Rechnung positiv.

Die Rechnung schliesst mit einem Gewinn von 14,7 Millionen Franken. Dies bei einer Rekordüberschussbeteiligung von 70 Millionen Franken.