Gebäudeversicherung Bern (GVB)

Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) blickt auf ein hervorragendes Geschäftsjahr zurück. Dank einer deutlich tieferen Gesamtschadenssumme und guter Anlageergebnisse resultierte ein konsolidierter Gewinn in Höhe von 14,7 Millionen Franken. Dank des sehr guten Resultats kann den Kundinnen und Kunden der Gebäudeversicherung Bern (GVB) eine Überschussbeteiligung fürs Geschäftsjahr 2019 und nachträglich sogar eine ausserordentliche für 2018 ausbezahlt werden.

Mit 84 Millionen Franken fiel die Gesamtschadenssumme 2019 wesentlich tiefer aus als im Vorjahr (128,6 Millionen Franken). 2018 hatte alleine Sturmtief Burglind Schäden in Höhe von rund 35 Millionen Franken verursacht. Vor solch grossen Naturereignissen blieb der Kanton Bern 2019 verschont, weshalb Elementarschäden nur gerade 41,9 Millionen Franken Kosten verursachten (2018: 83,5 Millionen Franken). Feuerschäden schlugen mit Kosten in Höhe von 42 Millionen Franken zu Buche (2018: 45,1 Millionen Franken). Damit fallen sämtliche Kennwerte um einiges tiefer aus als im Vorjahr und auch die durchschnittliche Schadenssumme der letzten 17 Jahre von rund 115 Millionen Franken wurde deutlich unterboten. 

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 erholten sich auch die Kapitalmärkte deutlich. Trotz Negativzinsen konnten in allen Anlagekategorien Gewinne erwirtschaftet werden, was zu einem sehr guten Kapitalanlagenergebnis führte. Fürs Geschäftsjahr 2019 resultiert dadurch ein konsolidierter Gewinn in Höhe von 14,7 Millionen Franken. Damit kann die GVB eines ihrer besten Ergebnisse ausweisen. 

Aufgrund dieses hervorragenden Resultats hat der Verwaltungsrat der GVB bereits im Herbst 2019 entschieden, den gefällten Entscheid, für das Geschäftsjahr 2018 keine Überschussbeteiligung auszuzahlen, umzustossen. So konnte den Kundinnen und Kunden der GVB nachträglich eine Überschussbeteiligung in Höhe von 30 Millionen Franken (rund 15 Prozent Prämienreduktion) ausgeschüttet werden. Dank des hervorragenden Abschlusses konnte zudem per Ende 2019 eine weitere Rückstellung von 40 Millionen Franken gebildet werden.

Immobilien nehmen seit jeher eine wichtige Rolle als Wertanlage für die GVB ein. Ihr Portefeuille zählt mittlerweile über 100 solcher Anlagen, bei welchen es sich um kleinere und grössere Überbauungen und Einzelobjekte handelt. Dazu gehört auch die Überbauung auf dem Areal des alten Tramdepots Burgernziel im Berner Brunnadern-Quartier, für welche die GVB im Herbst 2019 die Baubewilligung erhalten hat. Das Projekt «Läbe im Burgernziel» ist in vielen Belangen zukunftsweisend, sieht es doch eine Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen (Erdsonden und Fotovoltaik) vor und ist als 2000-Watt-Areal zertifiziert. Die Wohnbaugenossenschaft ACHT (wbg8) und die GVB realisieren auf dem Areal rund 100 Wohnungen sowie Gewerbe-, Verkaufs- und Büroflächen, eine KITA, einen Kindergarten, ein öffentliches Restaurant und eine unterirdische Einstellhalle. 

Erfolgreich verliefen auch weitere Immobilienprojekte wie die Überbauung Wylerhof in Bern, die Familien modernen Wohnraum zu moderaten Mietzinsen bietet. Und dieses Konzept kommt an: Auf den Bezugstermin hin waren sämtliche 56 Wohnungen auf dem ehemaligen Grundstück der Maschinenfabrik Wifag komplett vermietet. Das Projekt GenerationenWohnen in Burgdorf konnte ebenfalls erfolgreich in Betrieb genommen werden. Auch hier sind bereits über 50 der 90 Wohnungen vermietet. Weitere Projekte realisiert die GVB an der Wahlackerstrasse in Zollikofen (Umnutzung des Betagtenheims) und auf der Bärmatte in Hindelbank.

In den letzten zehn Jahren hat sich die durchschnittliche Schadenssumme aufgrund von offenem, nicht beaufsichtigtem Feuer wie Grillgut, Kerzen oder Zigaretten verdoppelt. Weil die Berner Bevölkerung aber genau diese Gefahr als Brandursache im Haushalt unterschätzt, hat die GVB eine Präventionskampagne zu diesem Thema lanciert. Eine wichtige Rolle innerhalb der multimedialen Kampagne übernimmt dabei die Landingpage www.feuerstopp.ch. Mit einem Brandschutz-Trailer sensibilisiert die GVB zudem an Messen für diese Thematik. Im und um den umgebauten Container gibt es dabei viel über mögliche Brandquellen im Haushalt zu entdecken und zu lernen. 

Auch in der praktischen Präventionsarbeit engagiert sich die GVB: In Zusammenarbeit mit rund 20 Partnerfirmen unterstützt sie Löschkurse in Unternehmen finanziell. 2019 wurden auf diese Weise im Kanton Bern rund 13 ­­­500 Mitarbeitende in 300 Kursen in der Handhabung von Handfeuerlöschern und Löschdecken geschult.

Das Brandschutzkonzept CasaSegura, das auf Initiative der GVB für die untere Berner Altstadt ins Leben gerufen wurde, bewährt sich ebenfalls: Per Ende Jahr waren rund 100 Gebäude auf freiwilliger Basis mit einem modernen, funkvernetzten Rauchwarnmelder-System ausgerüstet. Reto Nause, Sicherheitsdirektor der Stadt Bern und Präsident des Vereins CasaSegura Bern, bezeichnete das Brandschutzkonzept an einer Presseorientierung am 1. Juli 2019 als «Erfolgsgeschichte». Das bleibt auch in der restlichen Schweiz nicht unbeobachtet: Die GVB hat bereits Anfragen von Städten anderer Kantone erhalten, die an diesem Konzept Interesse zeigen.

Als Aufsichtsbehörde der Feuerwehren im Kanton Bern ist die GVB unter anderem dafür verantwortlich, eine hohe Qualität in den Aus- und Weiterbildungen sicherzustellen. Dazu werden die Angebote laufend überprüft und den neuen Entwicklungen in der Brandbekämpfung angepasst. Um sich in diesem Bereich weiter zu verbessern, liess die GVB ihre Angebote von educa.ch, der Bildungs-Fachagentur des Bundes und der Kantone, kritisch überprüfen und zertifizieren. 

Damit die Feuerwehren im Kanton Bern ihre Arbeit auch unter besten Bedingungen ausführen können, rüstete die GVB 2019 die rund 60 Einsatzfahrzeuge an den 27 kantonalen Feuerwehr-Sonderstützpunkten mit Navigationsgeräten aus. Dies, weil die entsprechenden Ortsfeuerwehren auch ausserhalb ihres gewohnten Einsatzbereiches Einsätze leisten und auch in diesen Fällen schnell und zielgenau zum Brandobjekt gelangen müssen. 

Darüber hinaus wurden die Berner Feuerwehren mit dem «Crash Recovery Management System» ausgerüstet. Mit dieser Software erhalten die Einsatzkräfte vor Ort anhand des Kontrollschilds die sicherheitsrelevanten Daten des Fahrzeugs (analog TCS-Rettungskarte, zum Beispiel Antriebsstoff, Lage der Airbags, Gasdruckdämpfer oder Hochspannungskabel bei Elektrofahrzeugen). Damit können beispielsweise Schneidegeräte noch gezielter eingesetzt werden.