So nutzt die GVB die Chancen der digitalen Transformation

Die Digitalisierung stellt neue Anforderungen an die Mitarbeitenden: Bei der GVB Gruppe ist deshalb auf vielen Ebenen eine digitale Transformation im Gange. Im Zentrum stehen dabei die erforderlichen neuen Kompetenzen und die Sicherheit.

Auch in der Versicherungsbranche ist es wichtig, im Rahmen der neuen Möglichkeiten zu agieren, welche sich durch den digitalen Wandel eröffnen. Die GVB hat die Trends erkannt und nutzt die Chancen der Digitalisierung. «Das bedingt neue Kompetenzen auf allen Ebenen. Und auch die Einstellung der Mitarbeitenden ist wichtig», erklärt Andrea Liechti, Leiterin Personal. «Sie sollen offen für Veränderungen sein und gemäss unserer Strategie ‹clever, mutig und agil handeln. Gestärkt werden sollen die entsprechenden Kompetenzen mit dem internen Ausbildungsangebot: Neben Seminaren zu Themen wie «Effizientes Arbeiten mit digitalen Instrumenten» oder «Umgang mit Social Media» bietet das neue Format «Lunch & Learn» freiwillige Kurse zu verschiedenen digitalen Themen wie «Smart Home» an. Und auch an den Kaderforen wird viel Gewicht auf digitale Kompetenzen gelegt. Andrea Liechti: «Es ist wichtig, dass die Vorgesetzten diese Offenheit vorleben und das vernetzte Denken fördern.»

Wie die «digitale Reise» der GVB Gruppe aussieht, beschreibt Thomas von Gunten, Leiter Informatik: «Wir haben uns mit Trendanalysen des Gottlieb Duttweiler Instituts zum Thema Gebäude auseinandergesetzt und im Jahr 2015 einen Maturitätstest gemacht, also unsere digitalen Kompetenzen unter die Lupe genommen.» Der Test habe damals aufgezeigt, dass viel Verbesserungspotenzial bestehe. Angesichts der Trends und der absehbaren Auswirkungen auf die GVB seien dann Handlungsoptionen erarbeitet worden, sagt von Gunten. Dazu brauchte es viel Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen. Doch das hat sich gelohnt: Ziele wurden definiert und in der Strategie «GVB digital 2025» festgehalten. 

 

Bimodale Vorgehensweise
Um neue Produkte entwickeln zu können, müssen gemäss Thomas von Gunten häufig neue Wege beschritten werden. Dazu gehört auch, dass sich Projektgruppen falls möglich aus neuen oder zumindest unvoreingenommenen Mitarbeitenden zusammensetzen. So wurde zum Beispiel auch zur Umsetzung von «Smart Assistance», dem Rundum-Schaden-Service der GVB Gruppe, dem kurz davor eingestellten Projektleiter ein externes Rent-a-Start-up-Team zur Seite gestellt. Zudem besteht die Herausforderung darin, einerseits die bestehenden Produkte und Dienstleistungen zu pflegen, andererseits aber parallel dazu neue zu entwickeln. Thomas von Gunten verweist für diese bimodale Vorgehensweise auf das weit verbreitete Bild eines grossen Dampfers und vieler agiler Schnellboote.  Auch das Projekt «Smart Assistance» wurde als Schnellboot gestartet. Es zeichnete sich durch eine agile Form der Entwicklung und eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit aus. Oft werden neue Produkte schon sehr früh im kleinen Rahmen auf den Markt gebracht und dann im kontinuierlichen Austausch mit den Kunden weiterentwickelt.

Know-how und Infrastruktur
Neben der Offenheit für den digitalen Wandel, neuen Kooperationen, Methoden, Prozessen und Produkten braucht es im digitalen Zeitalter auch neues Know-how. Doch nicht immer muss das neue Wissen von aussen kommen. «Bei uns gibt es auch gute Beispiele von Mitarbeitenden, die sich weiterbildeten oder umschulen liessen und jetzt dank der Digitalisierung in einem neuen Bereich tätig sind», sagt Andrea Liechti, Leiterin HR. «Durch die Digitalisierung werden nämlich nicht nur Stellen eingespart, es werden auch neue geschaffen.» Bei der GVB wird deshalb sehr viel in die Weiterbildung investiert. Daneben spiele auch die technische Infrastruktur eine wichtige Rolle, sagt Thomas von Gunten. «Sie ist der Enabler, der den digitalen Wandel erst möglich macht.» Auch in diesem Bereich investiert die GVB viel, um das Unternehmen noch fitter für die digitale Transformation zu machen. So wurden zum Beispiel viele interne und externe Mitarbeitenden mit Laptops oder Tablets ausgerüstet. Dank einer eigens entwickelten App haben die Aussendienstmitarbeitenden zudem ihre Unterlagen und Dokumente immer digital mit dabei. 

Cyber Security mit Sensus
Nebst vielen Vorteilen birgt die Digitalisierung aber auch Risiken. Wie verwundbar Systeme sein können, zeigte sich im Frühjahr 2017, als die Schadsoftware «WannaCry» Hunderttausende von Rechnern angriff. «Wir messen dem Thema Cyber Risk seit Längerem eine sehr hohe Aufmerksamkeit bei», sagt Thomas von Gunten. Die sporadischen Security Audits und Stresstests waren ihm als Verantwortlichen nicht genug. «Wir haben unsere Informatik mittels Penetrationstests auch von Hackern prüfen lassen und schnell bemerkt, dass der Mensch die grösste Schwachstelle im System ist.» Aus diesem Grund wird das Verhalten der Mitarbeitenden laufend geschult, überprüft und verbessert, zum Beispiel mit wechselnden simulierten Phishingmails. 

Das Sensibilisierungsprogramm Sensus, das die GVB 2007 mitinitiiert hat, wurde inzwischen auch von anderen Unternehmen übernommen und laufend erweitert. Der Leiter Informatik ist mit den Resultaten zufrieden. «Wir sind auf einem guten Weg, sehen aber auch noch Potenzial für Fortschritte im Bereich der digitalen Kompetenzen.» Er betont, dass diese «Reise» für die Mitarbeitenden nie zu Ende sei: «Wir entwickeln uns laufend weiter, weil die Digitalisierung nicht stillsteht.»