Corporate Governance

Die Struktur und die Corporate Governance der Gebäudeversicherung Bern (GVB) und ihrer Tochtergesellschaften basieren auf dem Gebäudeversicherungsgesetz (GVG) des Kantons Bern vom 9. Juni 2010 sowie den Auflagen und Vorschriften der Finanzmarktaufsicht (FINMA) und der Wettbewerbskommission (WEKO).

Die GVB Gruppe setzt sich aus der Gebäudeversicherung Bern (GVB) als öffentlich-rechtlicher Muttergesellschaft und den privatrechtlichen Tochtergesellschaften GVB Privatversicherungen AG und GVB Services AG zusammen. Die GVB versichert im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags jedes Gebäude im Kanton Bern gegen Feuer und Elementarschäden. Die beiden rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften bieten im freien Wettbewerb Versicherungsprodukte und Dienstleistungen rund ums Haus an.

Unter Compliance wird die Einhaltung von ethischen, gesetzlichen, regulatorischen und internen Vorschriften sowie die Beachtung der marktüblichen Standards und Standesregeln verstanden.

Die GVB Gruppe bekennt sich zu einer modernen und wirksamen Compliance-Organisation und -Kultur, in der sich alle Beteiligten rechtmässig und ethisch einwandfrei verhalten. Die GVB Gruppe erachtet es als angezeigt, die in der GVB Gruppe mit organisatorischen Massnahmen, Weisungen und Schulungen verankerte und von jedem Mitarbeitenden gelebte Einhaltung der Compliance stets sicherzustellen. Die GVB Gruppe betreibt ein unternehmensweit funktionierendes Compliance-System zur Verhinderung von Norm- und Ethikverstössen. Die Mitarbeitenden der GVB Gruppe sind in all ihren Handlungen, sei es gegenüber Kunden, Mitarbeitenden oder Dritten, verantwortungsbewusst, ehrlich und zuverlässig.

Der Verwaltungsrat ist als oberstes Organ der GVB für deren gesamte Tätigkeit verantwortlich. Er setzt die Eigentümerstrategie des Regierungsrats in die Unternehmensstrategie um, wählt die Geschäftsleitung und überwacht die Solvenz der GVB. Der Verwaltungsrat definiert die Unternehmensziele und überwacht das Risikomanagement (inklusive Rückversicherungsstrategie). Er verabschiedet zuhanden des Regierungsrats den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung. Die maximale Amtszeit eines Verwaltungsrats beträgt zwölf Jahre.

Innerhalb des Gremiums gibt es zwei Komitees, ein Vergütungs- und Ernennungskomitee sowie ein Audit- und Risikokomitee. Angaben zu den einzelnen Mitgliedern des Verwaltungsrats finden sich hier. Im Berichtsjahr traf sich der Verwaltungsrat zu vier ordentlichen und einer Klausursitzung. Um diese vorzubereiten, hielten die beiden Komitees zusätzliche Sitzungen ab.

Die Geschäftsleitung der GVB setzt die vom Verwaltungsrat beschlossene Unternehmensstrategie um. Sie stellt den wirtschaftlichen Erfolg und den Fortbestand der Unternehmung sicher. Insbesondere sorgt sie für kostengünstige, technisch zweckmässige, innovative und kundengerechte Versicherungsleistungen sowie effiziente Dienstleistungen in der Brandsicherheit.

Die Geschäftsleitung hat die Interessen der Unternehmung zu wahren, diese nach aussen zu vertreten und die Beschlüsse der vorgesetzten Organe umzusetzen. Angaben zu den einzelnen Mitgliedern der Geschäftsleitung finden sich hier.

Die GVB und ihre Tochtergesellschaften lassen die konsolidierte Jahresrechnung und die Einzelabschlüsse durch eine von der Revisionsaufsichtsbehörde zugelassene Revisionsstelle prüfen. Seit dem Geschäftsjahr 2015 ist dies die KPMG AG, Badenerstrasse 172, 8026 Zürich. Leitender Revisor ist Oliver Windhör.

Die Revisionsstelle, der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung haften im Sinne von Art. 752 ff. OR für den Schaden, den sie absichtlich oder fahrlässig verursacht haben.

Die GVB untersteht der Aufsicht durch den Regierungsrat. Er wählt die Mitglieder des Verwaltungsrats für die Dauer von drei Jahren und bezeichnet die Verwaltungsratspräsidentin oder den Verwaltungsratspräsidenten. Der Regierungsrat wählt ebenfalls die externe Revisionsstelle. Der Regierungsrat formuliert die Eigentümerstrategie des Kantons und regelt das Aufsichtskonzept. Er befindet über die Jahresrechnung sowie über die Entlastung des Verwaltungsrats. Der Regierungsrat ist im Verwaltungsrat selbst nicht vertreten.

Die GVB ist bei ihrer Geschäftstätigkeit namentlich an folgende Erlasse gebunden:

  • Gesetz über die Gebäudeversicherung vom 9. Juni 2010 (GVG)
  • Verordnung über die Kaminfegertarife vom 1. November 2006
  • Verordnung über die Gebäudeversicherung vom 27. Oktober 2010
  • Prämientarif der Gebäudeversicherung vom 1. April 2015
  • Feuerschutz und Feuerwehrgesetz vom 20. Januar 1994
  • Feuerschutz und Feuerwehrverordnung vom 11. Mai 1994

Die GVB verfügt weder über ein gewinnberechtigtes noch über ein stimmberechtigtes Kapital. Der Kanton Bern ist an der GVB finanziell nicht beteiligt. Sie haftet für ihre Verpflichtungen selbstständig. Eine subsidiäre Haftung des Kantons ist von Gesetzes wegen ausgeschlossen. Die notwendigen Mittel beschafft sich die GVB ausschliesslich durch Prämien und Kapitalerträge. Die GVB haftet für ihre Verpflichtungen unbeschränkt. Um dies zu gewährleisten, werden nötige Rückstellungen gebildet und Rückversicherungen abgeschlossen.

Die GVB funktioniert nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit, auf solidarischer und auf gemeinschaftlicher Basis. Entsprechend wird bei gutem Geschäftsverlauf eine Überschussbeteiligung an die Kunden ausbezahlt. Über die Verteilung der Überschussanteile entscheidet der Verwaltungsrat.

Die GVB betreibt eine offene und transparente Informationspolitik. Sie erstellt ihre Konzern- und Jahresrechnung nach den allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen gemäss Art. 957 ff. OR. Um die Vergleichbarkeit mit anderen Versicherungen gewährleisten zu können, werden auf freiwilliger Basis die Gliederungsvorschriften gemäss Art. 5a AVO FINMA sinngemäss übernommen. Auf der Website, durch Medienmitteilungen und mit dem Online-Geschäftsbericht orientiert die GVB regelmässig ihre externen und internen Zielgruppen über den Geschäftsverlauf.

Die beiden Tochtergesellschaften sind von der Muttergesellschaft rechtlich getrennt. Entsprechend sind Verwaltungsrat und Geschäftsleitung in der Zusammensetzung nicht mit den Gremien der Muttergesellschaft identisch. Die Mitglieder der Verwaltungsräte werden von den Generalversammlungen der Tochtergesellschaften gewählt. Die Führung der einzelnen Gesellschaften ist voneinander getrennt. Aufgaben, Verantwortung und Kompetenz der Organe basieren auf Art. 716 ff. OR und dem VAG (Versicherungsaufsichtsrecht). Sie entsprechen sowohl den einschlägigen Weisungen und Richtlinien der FINMA und der WEKO als auch den Datenschutzgesetzen.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats der GVB erhalten eine Pauschalentschädigung sowie je halbtägig ein Taggeld von 500 Franken pro Sitzung. Für den Präsidenten beträgt die jährliche Pauschalentschädigung 60 000 Franken, für den Vizepräsidenten 35 000 Franken. Ein ordentliches Mitglied erhält 24 000 Franken. Die Mitglieder eines Komitees erhalten zusätzlich zur Pauschalentschädigung einen Pauschalbetrag von 2000 Franken für das Vergütungs- und Ernennungskomitee sowie 3000 Franken für das Audit- und Risikokomitee.

Für den Verwaltungsratspräsidenten der GVB Privatversicherungen AG beträgt die Pauschalentschädigung 15 000 Franken, für ein ordentliches Mitglied 12 000 Franken. Halbtägige Sitzungen werden mit einem Taggeld von 500 Franken vergütet. Für den Verwaltungsratspräsidenten der GVB Services AG beträgt die Pauschalentschädigung 8000 Franken, für ein ordentliches Mitglied 4000 Franken.

Den sechs Geschäftsleitungsmitgliedern der GVB Gruppe wurden im Berichtsjahr fixe und variable Vergütungen in der Höhe von 1 449 700 Franken und 612 100 Franken ausbezahlt. Leistungskriterien sind Strategieumsetzung, Kosteneffizienz, Anlageperformance, Entwicklung des risikotragenden Kapitals und Kundenzufriedenheit.